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Stand:
Nov. 2009
SPD-Parteitag
2009:
Alle
Gemeinheiten der Agenda 2010 (Stichworte: Hartz IV, Rente
mit´67,Privatisierung
der Gesundheitsrisiken) unangetastet lassen,
aber das Gerechtigkeitsempfinden darüber bedienen, dass auch
andere zur Kasse gebeten werden, denen es garantiert nicht
wehtut
Die
SPD laboriert nach íhrer Wahlniederlage 2009 daran, wie
die Rückkehr zur Macht wieder gelingen kann. Und das geht so:
viele Wähler haben ihr herbe soziale Einschnitte wie die Rente mit
67 verübelt. Also macht sich die SPD daran, nicht etwa
Selbstkritik an der absoluten Unterordnung allen Sozialen unter den
Erfolg von kapitalistischer Wirtschaft und deutscher Nation zu
üben, wie dies unter ihrer Agenda 2010 und darüber hinaus
erfolgt ist und darüber sich ununterscheidbar von den Parteien
machte, die schon immer die konsequente Vertretung der nationalen
Notwendigkeiten für sich gepachtet haben. Nein:all die Sauereien
unter Hartz-, Renten- und Gesundheitsreformen sollen im Grundsatz im
Kraft bleiben. Das wählerwirksame soziale Image der Partei will
sie darüber aufpolieren, dass sie "Gerechtigkeitslücken" sich
annimmt: nicht nur die kleinen Leute werden gebeutelt, auch die
"Starken" werden rangenommen - natürlich so, dass die, die
Wirtschaft heißen und für den nationalökonomischen
Erfolg deutscher Nation bürgern, diesen ihren Beruf auch weiterhin
unbehelligt nachgehen können.
Davon hat dann ein Langzeitarbeitsloser oder Arbeiter etwas, denen
durch die diversen Reformen im Bereich Arbeitsmarkt, Rente oder
Gesundheit verabreichten Zumutungen werden gleich erträglicher,
wenn eingeführt wird:
eine Millionärssteuer für Reiche, die deren Reichtum garantiert nicht antastet;
eine "lebensstandsichernde" Rente, worunter mitnichten der Verzicht auf
Rentenabschläge zu verstehen ist, wenn Leute früher als mit
67 in Rente gehen;
eine "Bürgerversicherung", wo nicht nur Arbeiter und Angestellter
einzahlen sollen, eine Revision der Privatisierung der
Gesundheitsrisiken in Gestalt einer Latte von Eigenbeteiligungen,
Ausgrenzung von immer mehr Leistungen, Erzwingung von
Zusatzversicherungen, um sich Gesundheit über noch leisten zu
können - dies soll damit nicht eingeleitet werden; wenn der
Vemögende mit seinen Zinseinkünften auch zur
Sozialversicherung sein Scherflein beiträgt, lassen sich die
gesundheitpolitischen Gemeinheiten seit SPD-Kanzler
Schröder, diejenigen der Großen Koalition unter Merkel doch
gleich besser verkraften.
So geht es also, die "soziale Spaltung" zu überwinden (Steinmeier).
(Quelle: Südd. Zeitung v. 16.11.2009)
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