Hartz-Reform
- Grundsätzliches Stand: 2004/2005
-
Zusammenlegung Sozial-/Arbeitslosenhilfe (Hartz IV)
-
V o r w o r t
Anlässlich
der Aufgeregtheiten, aber auch falschen Parteinahmen im Vorfeld von
Hartz IV und dessen Umsetzung eingangs dieses:
Wer
unter dem Stichwort "Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe"
lauter “(Vermittlungs-)Chancen” wittert, beim
sozialstaatlichen Slogan
"Fordern und Fördern" das "Fördern" vermisst (als ob
der neue
Sozialduktus nicht hinreichend klarstellt, dass beides
zusammenfällt,
d.h. die durchgreifende Verarmung und Verelendung armer Leut das
Erpressungsmittel ist, sich jedes noch so elende
Benutzungsverhältnis
namens Arbeitsplatz gefallen zu lassen - egal ob nach den
geschäftlichen Berechnungen die Billigjobs jetzt massenhaft
aus der
Taufe gehoben werden, weil der Staat den Geschäftsleuten
lauter neue
Sonderangebote in Sachen Bedingungen der Ein-/Ausstellung der Leute,
der Bezahlung etc. macht), speziell im Osten wegen der nicht
eingetretenen "blühenden Landschaften", also grassierender
Brachlegung
sachlichen und menschlichen Inventars "Ungerechtigkeiten" anklagt bei
der neu dimensionierten kostengünstigen Entsorgung des so vom
Staat
definierten menschlichen Abfalls (als ob es irgendwas am Grund und
Zweck des "Umbaus des Sozialstaats" relativieren würde, wenn
der Staat
mehr "Fingerspitzengefühl" bei der Behandlung seiner
notorischen
"Sorgenkinder" im Osten an den Tag legen würde) - oder gar wie
die
neuen Montagsdemonstranten als Echo auf das nationale
"Beschäftigungsprogramm" seine unbedingte Dienstbereitschaft
demonstriert, aber dafür auch die entsprechenden Gelegenheiten
staatlicherseits einklagt, wer angesichts des Bemerkens der
Gleichgültigkeit des Staates gegenüber den
Lebensnotwendigkeiten der
Leute nicht etwa den Schluss darauf ziehen will, was dies mit der
Aufrüstung des deutsch-nationalen Kapitalstandorts zu schaffen
hat,
sondern sich in aller Bescheidenheit nach den alten
Sozialstaatszuständen sehnt (als ob deren Armutsniveaus und
Erpressungsinstrumente gemütlicher waren), der hat das
Entscheidende an
den sog. Sozialreformen verpasst
Die
Prinzipien der Hartz-Reform
Der
Staat stellt mit seiner großkotzigen Umorganisierung seiner
Sozialabteilungen, der sog. Zusammenführung von Arbeits- und
Sozialhilfe (ALG II), mit der Abschaffung des bisherigen BSHG
(Bundessozialhilfegesetz) und seinen "Sonderleistungen" (sog. einmalige
Beihilfen), neuen brutalen Bewilligungskriterien bei bisheriger
Sozialhilfe einen neuen Standard und Ausmaß der Verelendung
seines
Volkskörpers sowie einen renovierten erlesenen
Pflichtenkatalog für die
Ausgemusterten durch.
Ob
Agenda 2010
oder Hartz I-IV: Dem Staat
Marke BRD 2004/2005 ff. ist egal wie nur was, wie mit ALG II die
Lebenslagen von Millionen armer Leut durcheinander gewürfelt,
ja
regelrecht gefährdet werden. Es ist hier das gleiche und auf
die Spitze
getriebenes Prinzip des Staates am Werke, die Opfer der
marktwirtschaftlichen Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt für die
Taten der
Entscheider über Entlassung und Einstellung von bzw. auf
Arbeitsplätzen
haftbar zu machen:
- mit totaler Entwertung
Nach
einem Jahr Arbeitslosigkeit ist es im Allgemeinen soweit: jahrelange
Anstrengungen in Schule, Ausbildung und am Arbeitsplatz werden im
Handumdrehen vom Staat für null und nichtig erklärt.
Man ist
mit Einstufung in Hartz IV / ALG II nur noch "geeignet"
für
die niedersten und borniertesten Tätigkeiten. Die Ruinierung
von Geist und erworbener Fähigkeiten liegt mit
dieser
Festlegung auf der Hand.
-
mit drastischer Verarmung:
Der
alle Lebenskosten außer Unterkunftsaufwendungen abzudeckende
neue
Hungersatz beträgt für Einzelperson um die 300,-
Euro; sog. Einmalige
Beihilfen z.B. für Schuhwerk, Wohnungseinrichtung etc, die
davon
zeugten, dass unter BSHG noch nicht einmal die banalsten
Selbstverständlichkeiten der Lebensführung von den
früheren Regelsätzen
zu bestreiten waren, werden abgeschafft und gehen in einen
geringfügigen Aufstockungssatz der nun gültigen
Regelsätze auf: Arme
haben ja anscheinend Übung darin, sich von 45,- Eur die
Aufwendungen
für Kühlschränke, Waschmaschinen,
Möbel, Kleidung, Reparaturen aller
Art vom Munde abzusparen. Dass dies ein aussichtsloses Unterfangen ist
und die 45,- Euro mehr Regelsatz für die laufenden Ausgaben
mit
verplant sein dürften, eben wegen der
elenden finanziellen
Ausstattung Unbrauchbarer, ist deren Bier und kümmert schon
gar
diejenigen, die es verordnen.
-
mit verschärften Einkommens- und
Vermögensanrechnungsvorschriften:
Diese
bezeugen die staatliche Absicht, jede Zuständigkeit
für die Linderung
von Notlagen möglichst von sich abzuweisen, den Armen
abzuverlangen,
das, was sie sich u.U. als Ergebnis mehr schlecht als recht entgoltener
jahrzehntelanger Arbeitsmühen an persönlichem
Eigentum/Geldreserven vom
Munde abgespart haben, zu verflüssigen bzw. zu verbrauchen,
wenn nach
neuen Vorschriften dies für überflüssiger
Luxus befunden wird.
Merksatz: ein Haus ab bestimmter Größenordnung,
dessen Anschaffung in
den meisten Fällen auf Pump erfolgt, also auf einziger
Verzichtsleistung beruht, ist nicht dafür da, dass man es sich
hinterher wenigstens darin gemütlich macht, sondern eine
einzige Quelle
der Schadloshaltung des Staates mit seinen notorisch "leeren Kassen".
Sind die Abhängigen schon mit allem anderen als mit dem
wirklichen
Reichtum der Gesellschaft gesegnet (der nämlich in Form von
Kapital bei
Geschäftsleuten und dem Staat sich ansammelt), sind sie mit
neuen und
alten Anrechnungsvorschriften gehalten, sich von dem bisschen an
privatem Eigentum/"Vermögen" zu enteignen, das doch
tatsächlich mal ein
bescheidener Arbeitslohn hergegeben hat, wenn der Staat es für
"unangemessen" befindet. Wehe, wer in die Klauen eines ALG II
gerät,
der kriegt die politische Leitlinie zu spüren, aufs nackte
Existieren
festgelegt zu werden. Angesichts der Totalität, mit der der
Staat über
die Lebensumstände der Abhängigen verfügt,
soll man es als dankenswerte
Gnade des Staates empfinden, dass er einem immerhin ein sog.
Schutzvermögen belässt. Diese Verharmlosung neuer
sozialstaatlicher
Härten stellt sich blind dagegen, dass in der totalen
Verfügbarkeit
über Leben und Überleben von Millionen enthalten ist,
dass der Staat
noch ganz anders die Existenzmittel der Leute zusammenzustreichen in
der Lage ist als unter dem Stand von Hartz IV anno 2004 ff. , wenn die
Verbilligung des Lebensunterhalts der Leut noch immer nicht die
"Wachstumsimpulse" liefert, die sich der Staat davon verspricht.
Knauserisch
war das deutsche Sozialwesen immer schon, wenn es ans Auszahlen
eigentlich unproduktiver, weil nicht unmittelbar der Vermehrung
nationalen Wachstums dienender Kosten ging. Aber die neuen
Sozialreformer haben befunden, dass das große Heer der
Langzeitarbeitslosen keinerlei nationalökonomischer
Nützlichkeit mehr
für wert befunden wird, jedenfalls i.S. auch nur potentiellen
Gebraucht-Werdens je nach Geschäftslage deutscher
Wirtschaftskapitäne,
deshalb deren Lebensunterhalt für den Staat nur noch
störende Unkosten
sind
-
mit neuen Zumutbarkeiten:
Annahme
jeder Arbeit durch die für "arbeitsfähig"
Erklärten, zu der jmd. nach
Interpretationswillkür der neuen Arbeitslosenbetreuer
physisch, geistig
und sogar seelisch in der Lage ist; als wäre die Entlassung in
Not, die
Arbeitslosigkeit bedeutet, bisher ein Leben in Saus und Braus gewesen,
weil lt. 50 Jahre gültiger Sozialstaatsräson ein
Überlebensgeld in Form
von Arbeitslosenhilfe ohne Arbeit gewährt wurde (von der
Überbrückungsfunktion derselben, damit man
fähig bleibt, seine
Arbeitskraft bei Bedarf überhaupt anbieten zu können,
will der Staat
heute nichts mehr wissen). Und wie verhielt es sich mit den Pflichten,
schon immer alles dafür zu tun, wieder in Erwerbsarbeit zu
kommen?
Heute tut der Staat so, als wäre 50 Jahr lang Arbeitslosigkeit
ein
einziges soziales Ruhekissen gewesen mit dessen ständigen
Verschlechterungen der finanziellen Lage und verschärften
Zumutbarkeitsregeln wie immer schnelleren beruflichen Herabstufungen
und neuen Verpflichtungen zur Annahme immer erbärmlicherer
Jobs.
Die
neue Sichtweise, dass man sich Almosen verdienen müsse, wird
mit
regelrechten Formen der Arbeitsverpflichtung Nachdruck verliehen. Wir
haben verstanden: Maßstab für Arbeit gegen Bezahlung
ist ein Geld, von
dem man sich nicht i.w.S. ernähren kann.
Dies
ist die
neue
sozialstaatliche Leitlinie: von ca. 300 plus 1-2 Euro Stundenlohn die
in 10-std. "gemeinnütziger Arbeit"/Lohnarbeit abgewetzte
Kleidung/Schuhwerk ersetzen, von der Bezahlung auf Almosenniveau zur
Abwicklung eines Hausstands unabdingbare Gerätschaften wie
Kühlschränke, Waschmaschinen und Mobiliar erstehen
sowie ein
erforderliches Gefährt für An- und Abtritt zum/vom
Billigjob
bestreiten, die noch nicht mal für die Deckung der laufenden
Lebenshaltungskosten hinlangt!
Zur
Unterscheidung: Im Falle von Arbeits- oder Mietverträgeni ist
der
ökonomischen Zwang am Werk, wegen der gewaltsamen Trennung der
Abhängigen von den Mitteln des Lebensunterhalts oder vom Dach
überm
Kopf sich bei denen anzudienen bzw. um Wohnraum gegen Geld nachsuchen
zu müssen, die die Produktions- und Lebensmittel in ihrer
Eigentümerhand monopolisiert haben, so dass auch noch Schaden
und
Nutzen aus solchen vertraglichen Benutzungs- oder
Nutzungsverhältnissen
eindeutig verteilt sind. Im oberen Kontext geht es um ein
adnministratives Werkzeug zur Erzwingung arbeitsmarktpoitischer
Dienstpflichten.
So
organisiert der Staat praktisch
die Rolle von ausgemusterten "Erwerbsfähigen" als nationale
Lohndruckmaschine! Ohne dass ein ALG II-Anwärter
eigenhändig bei
deutschen Geschäftsleuten an die Tür klopft mit dem
Slogan: "Nehme
Arbeit zu fast jedem Preis" - wiewohl sich ganz Hartgesottene schon zum
Stundensatz von 1-2 Euro angepriesen haben sollen -, hat die
Perspektive von Hartz IV längst ihre Wirkung bei den in noch
Lohn und
Brot Stehenden getan: um dem Hartz-Elend zu entgehen, wären
sie doch
tatsächlich zu einigem Lohnverzicht und
Arbeitszeitverlängerung bereit.
-
mit neuen Schikanen:
Jetzt
gehen sie sogar soweit, mittels "Eingliederungsvereinbarungen" die Art
und Form der "Eigenbemühungen um Arbeit" vorzuschreiben -
wobei sie
großzügig darüber hinweggehen, dass
Vereinbarungen wie Verträge selbst
nach niedergelegtem Recht eine Angelegenheit der Freiwilligkeit sind;
seit wann kann man Verträge/Vereinbarungen dem anderen Part
aufzwingen?
Was zwischen Privatpersonen den Tatbestand der Nötigung
erfüllen würde,
soll wohl im Verhältnis Arbeitsbehörde-"Kunde"
Rechtens sein?! Dies
treibt den staatlichen Zynismus auf die Spitze, den von Staat und
Wirtschaft zu Verlierern der Marktwirtschaft Gemachten in einer Weise
zu drangsalieren, die von der in die behördliche Tat
umgesetzten
Volksmoral kündet, Arbeitslose seien arbeitsscheues Gesindel,
dem mit
"Eingliederungsvereinbarungen" - unter Strafe der gemeinen Androhung
der Kürzung noch des Hungersatzes namens ALG II bis hin zur
Inkaufnahme
der Obdachlosigkeit im Falle der Verweigerung der Erstattung der
Unterkunftskosten - beigebracht werden müsse, sich jedem noch
so
trostlosen Arbeitsverhältnis auszusetzen. Aber so ist er eben
der
demokratische Aufseher: noch die größten Sauereien
verabreicht er wie
ein Ergebnis einvernehmlicher Übereinkunft mit seiner
Arbeitslosenklientel, die offenbar die Unterwerfung unter die
staatlichen Anforderungen längst als ihre jederzeit abrufbare
Willensleistung geschluckt hat. Verlassen tut er sich
natürlich nicht
drauf: wozu sonst das ausgeprägte und immer wieder
aktualisierungsbedürftige Sanktionsinstrumentarium?
Hier
ist jede
Erinnerung daran getilgt, was Beschäftigungslosigkeit mit den
ökonomischen Gewinninteressen derjenigen zu tun hat, die die
Wirtschaft
heißen. Schon der Satz in dem Belehrungsblatt der neuen
Arbeitsbehörde,
man habe alles zu unternehmen, um seine Hilfsbedürftigkeit zu
beenden,
ansonsten den Leuten eine Latte von Androhungen der Zerstörung
der
Existenz um die Ohren gehauen wird, will nichts davon wissen, wer in
Staat und Wirtschaft diese Hilfsbedürftigkeit
überhaupt erst erzeugt.
Exkurs
1
Wer
die neuen Rücksichtslosigkeiten des Staates im
Verhältnis zu der
abhängigen Menschheit registriert, kann unterschiedliche
Schlüsse
daraus ziehen. Korrekt wäre die Überlegung, dass das
politische
Interesse an der Aufmöbelung des deutschen Kapitalstandortes
und damit
der Fortschritt der Nation offenbar gebieten,
dass so mit den Leuten umgesprungen wird, wie in den obigen Punkten
skizziert.
Einen
ganz falschen Schluss ziehen "Montagsdemonstranten" und andere
Kritiker: die beurteilen den ganzen zynischen Reformeifer von einer
nationalgefärbten Optik aus:
Kann/darf
"Vater Staat" mit seinen "Landeskindern" so umgehen, wie mit seinen
Hartz-Verordnungen? Kann es "wahr" sein, dass der Staat die Leute auf
die Weise dermaßen verlottern und verkommen lässt?
Habe das Gemeinwesen
nicht eigentlich
eine
Fürsorgepflicht gegenüber ihren Untertanen so, dass
sie auch als Arme
"erhobenen Hauptes" irgendwie sich durchzuschlagen in der Lage sind.
Hier wird ein sehr ideelles
Bild vom "Vater Staat" bemüht, dass sich auch von dessen
härtesten
Grausamkeiten nicht erschüttern lässt. Nehmt doch mal
die "Liste der
Grausamkeiten" ernst: so und nicht anders sind sie gemeint - statt mit
unerschütterlichem Glauben an einer eigentlichen
Fürsorgepflicht der
politischen Gewalt ihr immer wieder die Referenz zu erweisen!!
Exkurs
2
In
anderem politischen Kontext wird darauf abgehoben, dass die
Verschlechterung der sozialen Lage mit Hartz IV ff. gar nicht deren
Witz sei - wo oben Wert drauf gelegt wurde, welche Schlussfolgerung
man aus der schlechten Behandlung der Leut ziehen sollte und welche
besser nicht. Stattdessen wird die Betonung gelegt darauf, dass mit
Hartz-Reform ein neues sozialpolitisches Element Einkehr gehalten habe
dergestalt, dass die neue Arbeitsbehörde auf Bewältigung
der Not in Eigenregie der Hilfsbedürftigen
insistiere.
Mal
dies so angenommen: Erstens wäre dies die Sauerei, die
wirklichen
Verursacher der materiellen Nöte in Staat und Wirtschaft
freizusprechen, insofern es zur Aufgabe der in Not Geratenen gemacht
wird, von ihr loszukommen. Zweitens liegt hier die Gemeinheit vor, den
Betroffenen abzuverlangen, sich von jeder Hilfe unabhängig zu
machen,
wo sie gerade von den Damen und Herren Unternehmern und unter Absegnung
durch die Obrigkeit von jeder normalen Erwerbsquelle abgeschnitten
worden sind. Sich unabhängig von staatlichen Almosen machen,
ohne dafür
irgendein Mittel an der Hand zu haben - dies ist brutal hoch drei!!!
Selbst das, worauf das "Bewältigen der Notlage" abzielt
- die elenden
Formen von stunden-, tage- oder wochenweiser Tagelöhnerei,
Minijobs
etc. außerhalb des gewöhnlichen
Erwerbslebens: ob und was da von
Geldgurus angeboten wird, gehorcht nicht minder deren
Geschäftskalkulationen - und wenn jemand einen dieser
Elendsjobs
ergattert, dürften sie von ihrer Beschaffenheit her noch nicht
mal das
ärmliche Lebensniveau eines ALG IIer gewährleisten.
Und
was heißt hier in "Eigenregie": Künden nicht die
sog.
Eingliederungsvereinbarungen zur Genüge davon, dass unter
strengster
behördlicher Aufsicht und Kontrolle die Abhängigen zu
der eben
genannten Brutalität angehalten werden? Natürlich:
dass der Staat damit
seine prinzipielle Unzuständigkeit dafür durchsetzt,
auch nur
zeitweilig mit einem Notgroschen das Arbeitslosenlos zu
überbrücken,
ist abgehakt - die neuen Brutalitäten aber
kennzeichnungswürdig.
Staatliche
Ideologien zur Hartz-Reform
Natürlich
darf man obiges so nicht sagen, gilt eher als diffamierend. Stattdessen
ist nur erlaubt, die härtesten sozialen Angriffe auf die
Existenz der
Leute mit lauter verlogenen Ehrentiteln oder schlichten Ideologien
gutzuheißen, also zu rechtfertigen, wie
"Beschäftigungsförderung"
:
Arbeitsplätze
um den Preis der massiven Verarmung sollen einem da einleuchten:
Hauptsache Mühsal; der Ertrag aus Arbeit, weswegen man ihr
nachgeht,
interessiert nicht!
"Leere
Haushaltskassen" :
Als
ob es
dem Staat nicht um den rentablen Verwendungszweck eingetriebener Gelder
geht, wozu der bloße Lebensunterhalt Mittelloser nicht
gehört, wird
behauptet, angesichts zurückgehender Staatseinnahmen, leide
der
Staatshaushalt an absoluter Knappheit, so dass sich der Staat wie
Otto-Normal-Verbraucher mit seinem notorisch leeren Geldbeutel
einteilen müsse und deswegen weniger für die
Verköstigung armer Leut
zur Verfügung stünde; diese Ideologie tritt
inzwischen zurück hinter
das offensive, über jeden Zweifel erhabene nationale
Bekenntnis, dass
es für die laufenden und anstehenden Weltmarktschlachten
deutschen
Kapitals die Verbilligung des Lebensstandards von Arbeitenden und
Nichtarbeitenden braucht.
"Generationengerechtigkeit"/"Zukunft
der Kinder" :
Als
ob nicht die Angriffe auf den Lebensstandard der heutigen Generation
die künftigen Generationen genauso treffen: oder werden Agenda
2010/Hartz I-IV wieder eingestampft, wenn der Staat seine "finanzielle
Handlungsfreiheit" zu seiner Zufriedenheit wiedererlangt hat? Hier soll
man den Umstand, dass das Kapital die nationale Lohnsumme wegen seiner
Profitrechnungen knapp hält und deswegen der Sozialstaat
beschlossen
hat, dass Kranke, Alte und Arbeitslose nicht mehr im gewohnten Umfang
davon mit durchgeschleppt werden sollen, wie ein klassenneutrales
Management einer begrenzten Finanzressource nehmen, von der alle
gleichermaßen, überhaupt die Gesellschaft, genauso
wie arbeitende und
brachliegende Lohnarbeiter betroffen wären - vorgestellt in
dem naiven
Bild des Kanzlers, man könne heute nicht alles
verfüttern, damit auch
"unsere Kinder" künftighin noch was zu essen hätten.
"Steuerzahler"-Keule
:
Was
einzig Wille und Programm des Staates ist, dass er Niveau und
Modalitäten der Überlebenshilfen nach 50 Jahren
früher so gepriesener
Armenfürsorge heute für untragbar erklärt,
kommt als Eingebung des
Steuerzahlers daher; dass dieses Gemeinwesen mit seinem
umfänglichen
Machtapparat, seinem Militär, seinen luxuriösen
Repräsentationsbauten,
seinen ausgreifenden außenpolitischen/-wirtschaftlichen
Ambitionen in
einem unvergleichlich mehrfachen Umfang als 4-5 Mio. Arbeitslose auf
nichts anderem als dem Geld fremder Leut beruht (woher kommen wohl die
Steuern und Staatsschulden, welche die Quelle aller staatlichen Macht
und Herrlichkeit sind?!), hat der Steuerzahler nach dieser Ideologie
dagegen als ehrenwertes öffentliches Interesse in Auftrag
gegeben?!
Und
diejenigen, die altersmäßig endgültig
ausgedient haben, und das Pech
hatten, nicht genügend oder gar keine Rentenansprüche
ansammeln zu
können, kommen in den Genuss der Grundsicherung im Alter
getauften
Sozialhilfe. Ihnen gesteht der Staat doch glatt zu, ab 65 nicht mehr
erwerbsfähig zu sein - erspart Ihnen die Schikanierung der
"Erwerbsfähigen", aber noch lange nicht das neue
Verelendungsniveau.
N a c
h t r a g
Ein
wahrscheinlich vergeblicher Appell an die linken Anti-Neonazis: Kaum
streichen die Neonazis größere parlamentarische
Erfolge ein, steht wie
eh und je seit Installation der bundesdeutschen Demokratie nicht etwa
die Klärung des Verhältnisses zwischen Faschismus und
Demokratie an,
sondern die Ehrenrettung der (natürlich idealisierten,
"wirklichen")
Demokratie an. Wie wär`s denn mal mit der Kenntnisnahme der
Tatsache,
dass die Demokratie der Sumpf des Nazismus ist, auf/in dem dieser
gedeiht, nämlich deren radikalisierter Nationalismus ist.
Beispiel: A g
e n d a 2010:
Die
demokratische Politik setzt die ungezügelte Freiheit des
Kapitals bei
Lohn, Arbeitszeit, Ein- und Ausstellung von Arbeitskräften als
den
Erfolgsweg für den bundesdeutschen Kapitalismus ins Recht. -
mit den
bekannten Folgen der Massenarbeitslosigkeit und neuen
Verelendungsniveaus für das deutsche Volk.
Die
Neonazis v.a. im Osten der Republik bedienen den enttäuschten
Nationalismus der Ostbürger und Montagsdemonstranten, dass die
Demokraten in Berlin ihre Dienstbeflissenheit für die Nation
nicht
honorieren würden, sondern als Arme 2. Klasse behandeln
würden mit
ihren Harz-Gesetzen. Das hält ein Faschist schon gar nicht
aus: bloß
die Leute verelenden, statt sie unter gewissen Korrekturen bei den
Freiheiten des nationalen Kapitals gehörig für den
Erfolg deutscher
Nation in Dienst zu nehmen!
Keinem
der Demokratieidealisten, die jetzt eine großartige
Kampffront gegen
Neonazis in deutschen Parlamenten eröffnen, will auffallen,
dass der
Weltmachtkurs des deutschen demokratischen Staates anno 2004,den
erstere gegen letztere retten wollen ,die Weltherrschaftsambitionen
alter und neuer Nazis längst 3 mal in den Schatten gestellt
hat.
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