Hartz-Reform
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Aktuelles 8 Stand: Sept./Okt. 2008
Ideologien
zur Hartz-Reform
Neuauflage
der
Arbeitslosen-Hetze 2008
Forts.
Mindestens
einmal im Jahr muss daran erinnert werden, dass die Inanspruchnahme des
Sozialstaats eine einzige "Abzocke" ist. Das Volksblatt "Bild" ist in
der Hinsicht vorbildlich. In einer ganzen Serie (1.-9..08) wird im Spätsommer
2008 darüber berichtet, wie mit einem dreisten Trick nach dem
anderen sich Sozialstütze erschlichen bzw. (illegale)
Zubrote sich neben den Almosen organisiert und sich der Pflicht
zur bedingungslosen Dienstbarkeit für den Staat entledigt wird.
Auf an die 15% sollen sich die Fälle von "Missbrauch" belaufen.
die "Bild" es wert sind, den moralischen Fingerzeig auf die "Abzocker"
als Hauptsache von Hartz IV zu thematisieren.
Kein Skandal ist es
dagegen, sondern ausdrücklich staatlich ins Recht gesetzt, wie die
Leut für den Profit der Nation verheizt werden und je nach Bedarf
des Kapitals wieder ausgespuckt werden und wie der Staat an den Opfern
die Perfidie durchsetzt, als untragbare Last für die Staatskasse
zu gelten und weiters die Arbeitslosen mit dem verordneten Status
des billigen Arbeitsangebots als Lohndruckmaschine gegen die
Beschäftigten eingesetzt werden. Skandalös ist auch nicht die
Gemeinheit, wenn auf diese Weise die Beschäftigten von ihrem Lohn
zunehmend nicht mehr leben können, Ansprüche an die
Staatskasse möglichst abgewehrt werden. Und wenn und solange die
Sozialfigur des "Aufstockers" sozialbuchgesetzlich Rechtsbestand hat,
gilt es wieder nicht als Skandal, dass damit das neue Sozialhilfeniveau
namens Arbeitslosengeld I die aktuelle Messlatte dafür ist, mit
wieviel man auch mit Arbeit allenfalls an Geldausbeute zu rechnen
hat.
Die moralischen Hetzer von "Bild" und Konsorten
interessiert nicht, wie der Staat und seine kapitalistische Wirtschaft
den Leuten solch elende Lebensumstände und
Lohnarbeitsverhältnisse bescheren, dass letztere die trostlose
Kalkulation aufmachen, wie statt Aufzwingung von Billigjobs, die den
Mann nicht ernähren, durch "klagewut" in Sachen Herausschlagung
von Mehrleistungen -
wobei
es sich eher so verhält, dass wegen der knauserigen gesetzlich
gestatteten Bemessung der Leistung es der Normalfall ist, dass die
Leute wegen dem Nötigsten vor Gericht ziehen müssen -
und durch nicht legale Erwerbsarbeit der bleibende Armutsstatus erträglicher zu händeln geht.
Dabei
dürfte auch dem Hetzblatt bekannt sein, wie der Staat mit einem
lückenlosen Aufsichts-, Kontroll- und Überwachungsapparat den
"Abzockern" den Garaus macht.
In der Aussgabe v. 9.9.08
berichtet der Agentur-Chef von "Datenabgleich" und "Außendienst"
als solch wirkungsvolle Instrumente der Überwachung und Kontrolle,
dass er die "Missbrauchsquote" auf 1% zurechtrücken kann.
Wenn
BILD zugleich anerkennt, dass es "echte" Sozialfälle" gäbe,
Familien , die jeden Groschen zwei Mal umdrehen müssten und
manchmal nicht wüssten, wie sie ihre Kinder ernähren sollen,
dann ist dies ein gemeines Lob auf die "wirklich" Armen. Hier wie bei
den "Abzockern" interessiert nicht, und wird schon gar nicht
kritisiert, wie der Staat mit der Freiheit der Geschäftemacherei,
die massenhaft Leute außer Lohn und Brot setzt, wenn sie nicht
(mehr) rentabel sind, systematisch für Not und Elend sorgt und
dann als Sozialstaat kostengünstig abwickelt. Es gibt in der
Hinsicht viel zu tun, sich die "Sozialschmarotzer" vom Hals zu schaffen
- und dank BILD werden die Techniken der "Erschleichung" von
Sozialleistungen immer wieder aufgedeckt.
Gegen
die nationale und internationale Geschäftemacherei und deren
periodische Produktion von Notfällen nichts einwenden, den
Behörden Handreichungen für die Säuberung des "sozialen
Netzes" von "Sozialschädlingen" bieten (prompt wurde der
rechtliche Verfolgungsapparat gegen die in Bewegung gesetzt, die sich
in BILD geoutet hatten, wie gewieft sie angeblich die Behörden
hereinlegen könnten), und Einiges für die moralische
Erbauung des Volkes zu leisten, es brav in der staatlich
verabreichten Armut auszuhalten oder sogar stolz auf sich als
arbeitender Armer zu sein, der es nicht nötig hat, der Sozialkasse
zur Last zu fallen, obwohl man es trotz Arbeit vielleicht nötig
hätte - das ist der Dienst von BILD an der Nation!
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