Hartz-Reform
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Aktuelles 3 Stand: 2006/2007
Kombilohn-Modelle
- staatlicher Kampfauftrag gegen Mittellose
Die
Politik ist sich seit einiger Zeit so ziemlich einig, dass nicht mehr
Nebenjobs neben Bezug von Arbeitslosengeld II und Arbeitsgelegenheiten
in Form der 1-Euro-Jobs das senkrechte arbetsmarktpolitische
Kampfmittel sind, sondern sog. Kombilohnmodelle - eine Verbindung von
Niedriglöhnen mit „Transferleistungen“,
wobei schwer Wert drauf gelegt wird, dass hier keine
„Mitnahmeeffekte“
derart eintreten, dass bisherige
Beschäftigungsverhältnisse
auf Kombilohnmodell umgestellt werden, sondern dass
zusätzliche
Arbeitsplätze dabei herauskommen.
Um die „sagenhaften“ Vorteile von Kombilohnmodellen
vorwegzunehmen:
„Das
Unternehmen kann Leistungen mit .hiesigen Arbeitskräften.
anbieten, die sonst zu teuer und daher nicht marktfähig
wären.
Der/die
Langzeitarbeitslose erhält beruflich eine Perspektive, die
ihm/ihr
ein Plus von 100 bis 200 EUR im Vergleich zur Grundsicherung einbringt.
Die
öffentliche Hand entlastet sich von der Grundsicherung,
gleichzeitig wird das Steuer- und Beitragsaufkommen
erhöht.“
(Quelle: G.I.B. Info Online/Nationale und internationale
Kombilohnansätze)
Also:
Absoluten
Vorrang in „unserer besten aller Wirtschaften“ hat
die Bedienung des
Unternehmerinteresses an billigsten Löhnen. Ob sich die Leut
davon
ernähren können, ist sowas von
scheiß-egal!! Eine bezeichnende
Widerrufung der offiziellen Ideologie, dass soziale Markwirtschaft
irgendwie auch den abhängig Beschäftigten von Nutzen
sei - und die
Hofierung des verstaubten Geredes von den Klassengegensätzen
zwischen
abhängigen Lohnarbeitern auf der einen Seite und
Unternehmern/Staat auf
der anderen Seite!
Der zynische Vorteil, der dem Langzeitarbeitslosen vorgerechnet wird,
ist die „berufliche Perspektive“, einer bornierten
Handlangertätigkeit nachgehen zu können - und damit
doch glatt
100,- bis 200,- EUR über dem Almosensatz, was der notorischen
Geldnot der Leut bekanntlich Abhilfe schafft!! Und was passiert, wenn
die Förderung nach einigen Monaten ausläuft? Dann
steht
derjenige ohne Zuschuss dar, und darf zusehen, wie er mit Arbeit auf
Almosenniveau sich durchschlägt.
Und natürlich mit das Wichtigste: Der Staat spart
unnütze
Aufwendungen für Stütze - und seinem Reichtum in Form
von
Steuern und Beiträgen kommt es auch noch zugute, wenn andere
mit
demokratischen Hungerlöhnen dahinvegetieren.
Also: ein durchschlagender Erfolg des nationalen Kampfes gegen die
Arbeitslosigkeit, wenn nicht noch Zweifel wären, ob die
staatliche
Rechnung mit den Haushaltszuschüssen auf
Hungerlöhne so
aufgeht, dass die Herren und Damen Unternehmer jetzt auch die vielen
Niedriglohnstellen mit einem staatlichen Obolus drauf ausheben.
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Fortsetzung folgt -
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