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Hartz-Reform
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Aktuelles 14 Stand: August 2010
"Buergerarbeit" -
Arbeitsdienst bis zum Exzess,
mit dem Zweck, nicht nur Erwerbslosen einzubleuen, dass Lohnarbeiten
zum erbaermlichen Verdienst, mit schaebigen
Arbeitsinhalten wie Arbeits-
bedingungen (working poor) staatlich erzwungene Berufung ist
Die
neue Bundesarbeitsministerin hat die sog. Bürgerarbeit als
gelungene Form des Fordern und Förderns entdeckt - und das geht
so:
Buergerarbeit
soll Taetigkeiten zusaetzlichem oeffentlichen Interesses wie
Laubfegen, Arbeiten in Gruenanlagen, Schneeraeumen,
Beschaeftigung/Begleitung von Heiminsas-
sen beinhalten, sozialversicherungspflichtig auf 3 Jahre befristet sein
und mit rd. 900,- Eur Armutslohn entgolten werden. - Vor dem Einsatz in
diese Sorte Arbeitsdienst hat der Langzeitarbeitslose sog.
Aktivierungsphase intensiven Hineinbugsierens in den gewoehnlichen
Arbeitsmarkt per Eingliederungsvereinbarung und unter strenger Aufsicht
des Arbeitsagenturbetreuers zu durchlaufen. Ist dies nicht von Erfolg
gekroent, darf sich der Betreffende auf 30 Std. Buergerdienst in der
Woche freuen.
Mit diesen 30 Dienststunden ist es nicht getan - daneben wird es
verpflichtend gemacht, sich weiterhin um normalen Lohnarbeitseinsatz zu
kümmern, wozu demjenigen ein Couch zu Seite gestellt wird, der
aufpasst, dass der liebe lange Tag auch ja mit Diensten vollgestopft
ist.
Welche Sorte Zumutung dies ist, 900 Eur-Billigarbeit für den Staat
zu verrichten und sich von den amtlchen Aufpassern einbleuen zu lassen,
dass quasi Rund-um-die Uhr-Dienstbereitschaft und Dienstbeflissenheit
der Beruf von Eigentumslosen zu sein hat, wird darueber ausgeplaudert,
dass in Erprobungslaeufen in best. Bundesgebieten daraufhin an die 20%
der Kandidaten sich aus Hartz IV-Bezug verabschiedet haetten-
was als gelungener Beitrag zur Bekaempfung der Schwarzarbeit zu
bewerten sei; meint die Gemeinheit, eigentlich haetten es die Leut gar
nicht noetig, sich für Almosen anzustellen, wenn sie sich auch
ohne die über Wasser halten könnten.
Dass Etliche dies Programm nicht aushalten, sich als willige und
billige Dienstnatur herzugeben und dies staendig dem Staat zu
demonstrieren, deswegen sich eher auf andere, eher abenteuerliche Weise
durchs Leben zu schlagen versuchen, wird denen als kriminelle Energie
angehaengt, erst um Hartz IV betteln zu gehen - und wenn es auf die
Pruefung der Dienstbereitschaft ankommt, den Rückzug anzutreten -
womit messerscharf bewiesen waere, dass diejenigen ausgerechnet unter
dem Almosen- und rigiden Kontrollwesen der neuen Arbeitsaemter sich
bloß ein "schoenes" Leben machen wollten.
(Quelle: Südd. Zeitung v. 10.7.10)
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