Gesundheitsreform
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Aktuelles 9
Stand:
Jan. 2009
Zum
Gesundheitsfonds - seinen Apologeten wie falschen
Kritikern 2009
Mit
dem Gesundheitsfonds hat sich der Staat ein Instrument geschaffen, mit
dem er die nationalen Gesundheitskosten durchgreifend in den Griff
kriegen will. Er setzt die Scheidelinie bei den Kosten für das
Zusammenflicken verschlissener oder ruinierter Physis wie Geist seiner
arbeitenden wie erwerbslosen Klasse neu fest: die dafür
staatlicherseits für nötig befundenen Aufwendungen
einerseits
und die dafür überflüssigen Kosten
andererseits werden
neu sortiert.
Zu Einzelheiten siehe: Gesundheitsreform - Aktuelles 2
Ganz
verkehrt ist eine Kritik, die den Gesundheitsverwaltern den Spiegel
vorhalten nach dem Motto: ätsch, trotz gestiegener, jetzt sog.
Einheitsbeiträge wäre schon vorgprogrammiert, dass
die
Beitragsmasse nicht hinreiche, um die Kosten für
Krankenbehandlung, Medikamente, neue Arzthonorare und höheren
Unterhalt bei Krankenhäusern zu decken - und deswegen
demnächst bereits die Erhebung der Zusatzbeiträge
drohe. Und
mehr Leistungen für mehr Beitragsberappung seien auch nicht zu
erwarten. Diese Kritik hält dem Staat einen Maßstab
vor, den
dieser gar nicht hat: Wem an der ordentlichen medizinischen Versorgung
seines Volkskörpers gelegen ist, müsse auch die
entsprechenden Mittel bereitstellen. Und wenn wenigstens mehr Leistung
zu erwarten stünde, geht der damit einhergehende vermehrte
Einkommensverlust wohl in Ordnung? Und schon wird der parteiliche
Streit darüber entfacht, ob mehr Zusatzbeiträge oder
Steuermittel das Problem lösen würden.
(Nebenbei: Im
Rahmen ihres 2. sog. Konjunkturpaketes haben sich die
Staatshänger
auf geringe Senkung des Einheitsbeitrages von 15+x% auf 14+x% geeinigt,
wohl weil Senkung der Lohnnebenkosten immer noch erste
Priorität
ist - und dafür wurde sog. Bundeszuschuss entsprechend
angehoben;
was aber das Finanzierungsproblem der Kassen nicht voranbringe, weil
hier nur Umschichtung stattfände.)
Mit
dieser Kritik wird so getan, als habe sich der oberste
Gesundheitsverwalter am Kriterium einer idealisierten Sicherstellung
der Volksgesundheit gründlich verkalkuliert.
És
ist dies ein parteiliches gesundheitspolitisches Denken, das nichts von
Sinn und Zweck der verordneten Gesundheitsreformen wissen will:
Der
Staat zwingt gerade die Kassen ausgehend von einer festgelegten
Finanzmasse aus 15+x% bzw. 14+x% Einheitsbeitrag, ggf. Zusatzbeitrag
und Steuermitteln einen sog. Wettbewerb auf, bei dem
grundsätzlich
gilt: Erbringung von Leistungen zu minimalen Kosten - wobei es kein
Widerspruch ist, dass die Beiträge zunächst steigen:
die
Kassen sollen erstmal mit bestimmten Umfang von Geldern gemessen an
gegebenem Versorgungsniveau rechnen können.
Um sodann
mit den Zuweisungen aus dem Fonds klar zu kommen, sollen sie
entsprechende Anstengungen unternehmen:
- Rabatte bei Medikamenten aushandeln
(mit
dem dubiosen Ergebnis, dass auf einmal die Eigenbeteiligungen der
Patienten steigen
statt sinken;
siehe: Gesundheitsreform - Aktuelles 8)
- Selbstbehalt-Tarife u. dgl.
anbieten -
die zynische Abwägung zwischen vergleichs-
weise niedrigen Beiträgen und saftigen
Zuzahlungen zu
den Behandlungskosten
im Falle von Krankheiten.
- verschärfte
Sortierung nach
nutzbringenden Therapien und solchen mit zweifel-
haftem
Nutzen.
Wenn
die Kostenlage es gebietet, ist die Erhebung von
Zusatzbeiträgen gestattet, mit der Konsequenz, dass
Patienten zu anderen Kassen überlaufen bis dahin,
dass
darüber ganze Kassen pleite gehen können und
die anderen
Kassen nun mit höherer Kostenlast konfrontiert sind, aber
andererseits vielleicht ihr Leistungsspektrurm schon abgespeckt haben
(deshalb der weise Tipp der Parteigänger der
Gesundheitsreform.
nachzuschauen, was die anderen Kassen überhaupt noch anbieten
bzw.
zu welchen Konditionen (oft mehr Eigenbeteiligungen oder schlichte
Ausgrenzungen aus dem Leistungskatalog).
Man
sieht also, wie das hohe Gut Gesundheit in unser aller besten Systeme
beschaffen ist: sie koresspondiert mit vermehrter Armut der Patienten,
was die Betragsbewirtschaftung, vermehrte Eigenbeteiligungen bei
Standardleistungen und erst recht bei darüber hinausgehenden
Leistungen betrifft; die Unbezahlbarkeit der Inanspruchnahme med. Know
hows mit dem Ergebnis, dass Krankheiten nicht mehr behandelt werden
können, ist darin eingeschlossen. - Auf der anderen Seite sind
Leistungskürzungen üblich und dürften
zunehmen, wenn
unter dem neuen Gesundheitsregime die Kasse als gut wirtschaftende
dastehen will.
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