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Außer der Reihe:
Stand:
Nov. 2011
Anlaesslich
der Finanz- und Staatsschuldenkrise und der dt. Proteste gegen die
Banken
(Attac, Occupy Frankfurt u.a.) 2011:
Bankenprotestler
2011 -
statt Systemkritik alternative Finanzkrisenmana-
ger
Oeffentlich anerkannte Kritik
verliert heutzutage nicht ein einziges schlechtes Wort ueber
das Finanzkapital. Die sog. Proteste gegen die Banken im Zuge der
ausgerufenen Finanz- und Staatsschuldenkrise lesen sich wie ein
alternatives Rezept zur Loesung der letzteren. Statt Benennung der
Zwecke des ganzen Finanz- und Kreditsystems sorgen sich
Bankenprotestler darum, wie dasselbe in seiner krisenhaften Entwicklung
gemeinwohldienlich beherrschbar gemacht oder von vornherein eingedaemmt
werden koenne (durch regulierende Eingriffe des Staates usw.).
Vorschlaege wie:
hoehere Eigenkapitalquoten bei Banken zum besseren Auffangen
von Verlusten
(merke: Bankenkritik ist, wenn
man sich um deren Zahlungsfaehigkeit Sorgen macht!)
Begrenzung der Bankengroesse zur Eindaemmung der
Gefaehrdung
des Finanzsystems
(merke Bankenkritik ist, wenn man sich um das Funktionieren des
Finanzwesens sorgt!)
Trennung der Investment- von
den Geschaeftsbanken zur Begrenzung der Spekula-
tionsgeschaefte und deren "Straucheln" auf die ersteren
(merke: Spekulation oder "Verzocken" von Kapital ist genehmigt, wenn es
nicht auch andere Bankbereiche oder gleich das Bankensystems insgesamt
mitreissen wuerde!)
Verbot von "undurchsichtigen, hochspekulativen Finanzprodukten" (wie
Derivate)
(merke: als anstaendig definierte Formen der Bereicherung des
Finanzkapitals gehen in Ordnung!)
Beteiligung der Banken an den Folgekosten der Krise (durch Besteuerung
von deren Geschaeften in Form von Finanztransaktionssteuer u.a.) statt
Verlustuebernahmen durch den Staatshaushalt bzw. Steuerzahler
(merke: Bankenbereicherung geht in Ordnung, wenn Banken zugleich
fuer ihre Verluste haften!)
-
zeugen von einem einzigen Desinteresse an der Klaerung des
(Finanz-)Kapitals und dessen
Wirken.
Dies faengt schon damit an ,
dass die konstruktive Kritik der Bankenprotestler erst dem
Einbruch
des Geschaefts des Finanzkapitals gilt.
Alles, was davor gelaufen ist, wie ein ganzes Kreditsystem als
Akkumulations- und Konkurrenzhebel innerhalb des nationalen
Wirtschaftslebens und auf der Buehne eines Weltmarktes gegen
andere Nationen und deren Kapitale eingesetzt und ausdruecklich von
den Staaten legitimiert wird , wie der
Staat selber den Kredit als Mittel zur Mehrung seiner wirtschaftlichen
und politischen Macht benutzt, wie die Wechselwirkung der Interessen
von Staat und Finanzkapital dabei beschaffen ist - all diese Leistungen
des Finanzsystems interessieren Null!
Die Anspielung darauf, wie sich im Finanzsektor ein Finanzprodukt ans
andere reiht bzw. aufeinanderaufgetuermt wird, ist eine wirtschaftsmoralische
Betrachtungsweise der Unterscheidung in solide und unsolide
Geschaeftspraktiken statt
einer ernsthaften wissenschaftlichen
Herleitung: naemlich wie sich diese ganzen Finanzkonstrukte als
Verhaeltnis innerkapitalistischer bzw. finanzkapitalistischer Notwendigkeiten
be-
bestimmt, also wie sich ausgehend vom Geldverleihgeschaeft
ein verselbstaendigter Kreditueberbau mit allerlei sog. Derivaten und
Verbriefungen erhebt und darueber die Finanz- und Bankenbranche
die Akkumulation von Geldkapital plus
Geldertraegen betreibt bis an den Punkt, dass die Spekulation in die
Ertragskraft der schoenen Papiere ad absurdum gefuehrt wird- sodann die
Krise ausgerufen wird, allerlei behaup- tete Werthaltigkeit von
Finanzvermoegen revidiert wird
( dies
kann und soll hier nicht im einzelnen das Thema sein, was andere besser
koennen; hier soll die ideologische Begleitmusik zu dem
Finanzkrisenzeug aufgespiesst werden, nicht mehr und nicht weniger).
Wer Finanzkrise als Ergebnis unbaendigen Spekulationseifers, als
Ausreisser eines an- sonsten soliden Geschaeftsgebarens fasst,dem ist
nicht gelaeufig, wie Krise als Resul- tat erfolgreichen
Akkumulierens daherkommt,wie also beides
notwendig zusammen- gehoert, sondern betaetigt den
Wirtschaftsidealismus eines gezaehmten Finanzkapita- lismus mittels
irgendwelcher staatlicher Regulationsregimes, will dem Kapital
inhaeren- ten Akkumulationstrieb Schranken auferlegen, so als gaebe es
Kapitalakkumulation oh- ne die ihr eigene Ueberakkumulation.
Auch von dem Umstand, dass die Leute
nicht erst bei der Rettung eines
Bankensystems durch "Rettungsschirme" in die Pflicht genommen werden,
sondern mit der Erwirtschaftung von Ertraegen durch Lohnarbeit die
Grundlage der Bereicherung durch Kapitaleigentuemer liefern und das
durch sie erarbeitete Kapitalwachstum auch noch als Beglaubigungsmasse
fuer all die horrenden Kreditmassen dient - davon wollen
moderne Kritiker des Finanzsystem offenbar nichts wissen.
©
2012 by
Projekt
Kritische Sozialstaatsanalyse
www.sozialreformen.org
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